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In schwierigen Zeiten gab es in der Kirche stets Frauen, die für den Glauben, die Disziplin und die Wahrheit kämpften. Das macht Mut für heute.

Von Barbara Wenz

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Was Hildegard, Birgitta und Catarina über diese Eventualitäten gesagt hätten, können wir nicht wissen. Aber wir wissen, was Ida Görres, die „tapfere Kirschblüte“, ein großartige, der Kirche zutiefst ergebene Frau, einmal gesagt hat.

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Dabei sorgte sie gerade mit ihrem 1946 in den Frankfurter Heften veröffentlichten „Brief über die Kirche“ für große Empörung, die bis nach Rom reichte. Vor allem um den Stand des Klerus ging es ihr, dessen Verbürgerlichung und geistlichen Niedergang sie beklagte: die murkelige, lieblose Feier der Liturgie, zusammengestoppelte, evangeliumsferne Predigten, Probleme mit dem Zölibat.

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Große Hoffnung setzte die Görres gerade in das Zweite Vatikanische Konzil, das sie als „große, verheißungsvolle Aussaat“ bezeichnete, doch „jetzt sehen wir viel Bestürzendes aufwachsen, Giftiges, das die erste Frucht zu ersticken droht“.

Und, so möchte man hinzufügen, den einstmals ertragreichen Boden des Weinbergs in mancher Hinsicht zu einem gewissen Teil in Schwelbrand gesetzt und bis in unsere Tage hinein unfruchtbar gemacht hat.

Ein Fenster zur Welt zu öffnen war die gute Absicht, bedacht wurde nicht, dass damit auch Schwärme von Moskitos und fäulnisbehaftete Dämpfe zusammen mit der frischen Luft eindringen konnten.

Eine, die dies mit Furor beklagt hat, war Mutter Angelica, die Gründerin von EWTN – Eternal Word Television Network.

EWTN ist heute der weltweit reichweitenstärkste katholische Sender, in über 140 Ländern verbreitet erreicht der Kanal rund 200 Millionen Haushalte. Sie gilt als katholische Fernsehpionierin und als rechtgläubige Tochter der Kirche.

Obwohl ihr es vermutlich niemand zugetraut hätte, verlor sie in einer denkwürdigen Fernsehshow in den neunziger Jahren ihre fromme Contenance, als sie darauf angesprochen wurde, dass beim Kreuzweg zum Weltjugendtag 1993 in Denver eine Frau die Rolle Jesu übernehmen solle.

Ihre Worte werden in der Biografie von Raymond Arroyo wie folgt zitiert:

„Ich habe die Nase voll von eurer liberalen Kirche,
… eurem ichbezogenen Gebet, eurer erdhaften Spiritualität.
Ich habe die Nase voll von euren ,Aufbrüchen‘, denn das erste, was von einem solchen Auf-Bruch zurückbleibt, ist ein Loch, in das wir alle hineinfallen.
Ich habe die Nase voll von euren Theologen, die nichts anderes tun, als spalten und zerstören.“

Loyale Katholiken hätten nun lange genug geschwiegen: „Wir haben eure Ansichten über Gott nun dreißig Jahre lang runtergeschluckt.“

Die Ansichten der Modernisten, die Ansichten der liberalen Theologen, des nachlässigen und verweltlichten Klerus, der Amtskirche und ihren Strukturen.

Allen wirft sie schließlich vor: „Ihr habt keinen Gott, kein Dogma, keine Glaubenslehre und keine Autorität.

Ich empöre mich über eure Versuche, den Katholizismus der Kleinen, Armen und Älteren zu zerstören. Eure Katechismen sind so verwässert, dass sie nichts anderes mehr besagen als ,Liebe deinen Nächsten‘.

Nein, zuerst muss man Gott lieben!“

Mutter Angelica, die der Herr im März 2016 in seine ewigen Arme genommen hat, spricht hier etwas aus, das all dem Übel, dem wir heute gegenüberstehen, zugrunde liegt.

Ja, genau, es sind die Kleinen, die immer wieder vor dem Götzenbild des Goldenen Kalbes geopfert werden,

von Bonzen, die einen Purpur tragen durften, der sie nicht etwa zu Prinzen der heiligen Kirche gemacht hat, sondern zu Popanzen, welche die Leiber und Seelen der ihnen Anvertrauten vor dem glühenden Moloch ins Feuer ihrer Lüste und Begierden gestoßen haben.

Während andere zusahen und sich als Mitwisser schuldig machten an eben jenen Verbrechen oder sie sogar noch deckten.

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