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Die Welt: Herr Buschkowsky, die Bundeskanzlerin ist überzeugt, dass die Integration von einer Million Flüchtlingen und mehr gelingen kann. "Wir schaffen das", sagt sie. Sind Sie auch so optimistisch?


Heinz Buschkowsky: Was soll Frau Merkel auch sonst sagen? Etwa: "Das Ding geht in die Hose?" Ihr bleibt doch gar nichts anderes übrig, als Durchhalteparolen  zu verkünden.

Und der Zustrom reißt ja nicht ab. Die EU prognostiziert offiziell für die nächsten drei Jahre weitere fünf Millionen Flüchtlinge nach Europa.

Die Kanzlerin geht angeblich davon aus, dass 70 Prozent der Syrier wieder nach Hause gehen.
Das ist die gleiche Fehleinschätzung wie zur Rückkehr der Gastarbeiter der 60er-Jahre.

Ein Placebo zur Volksberuhigung.


Die Welt: Um Merkels Worte aufzugreifen: Wir schaffen das also nicht. 

Buschkowsky: Moment mal, es gibt doch gar keine Alternative.

Aber was ist denn gelungene Integration?
Doch wohl, wenn ein zugewanderter Mensch unsere Lebensregeln akzeptiert,
wenn er die Kultur der westlichen Demokratie im Grundsatz auch für sich annimmt.
Man sagt sich "Guten Tag", wenn man sich trifft. Man prügelt sich nicht auf der Straße.
Seit ungefähr 60 Jahren gibt es bei uns die Gleichberechtigung, seit ungefähr 25 Jahren gilt die gewaltfreie Erziehung. Vergewaltigung in der Ehe steht unter Strafe. Religion ist Privatsache.
Die Gesetze sind nicht gottgegeben, sondern werden vom Parlament beschlossen.

Man muss nicht Weißwurst zum Frühstück essen, um kulturell angekommen zu sein.
Aber das Grundgesetz ist nicht nur für Deutsche, es gilt für alle.
In Brennpunkten wie Berlin-Neukölln und Duisburg-Marxloh ist das bei Weitem nicht so.

Wir haben bereits Parallelgesellschaften im Land.

Und sie werden wachsen, wenn wir weiter unsere beobachtende Integrationspolitik beibehalten.

Die Welt: Wieso beobachtend ?
 
Buschkowsky:
Wir schauen zu, was passiert. Laissez faire, das ruckelt sich schon.
Integration muss man aktiv betreiben und einfordern.
Das darf nicht von Lust und Laune abhängen.

Die Welt: Wie viele Flüchtlinge werden noch nach Deutschland kommen?

Buschkowsky: Heute ist eine Million Flüchtlinge im Land.
Pro Flüchtling ziehen etwa drei bis vier Personen nach – konservativ gerechnet.
Manche gehen sogar von wesentlich höheren Zahlen aus.

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Aus dieser einen Million werden ziemlich zügig also vier bis fünf.

Aufgrund der EU-Prognose gehe ich von
acht bis zehn Millionen Flüchtlingen bis 2020 in Deutschland aus.

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Das ist eine ganz unaufgeregte Rechnung anhand der vorliegenden Fakten.

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