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Birgit Kelles Urteil zur Vereinbarung von Familie und Beruf ist eindeutig: „Es ist verlogen, dass sich Kinder in die Arbeitswelt einfügen.“ In Thüringen – als bundesweites Spitzenreiterland – seien 90 Prozent der unter Dreijährigen in einer Krippe untergebracht – 38 Stunden in der Woche: „Das ist kein Zukunftsmodell.“ Früher hätten wir die Kinder in der DDR bedauert, „heute nennen wird das Familienpolitik“.

Europaweit, außer in Frankreich, sinken oder stagnieren die Geburtenraten. Lösen könnten das Problem die 20- bis 40-jährigen Frauen. Genau diese aber werden auch zur Behebung des Fachkräftemangels gebraucht. Folglich sollten die Frauen zwar Kinder bekommen, sie aber nicht selbst großziehen. Kelles Fazit: „Es geht nur um das Freisetzen der Arbeitskraft der Frauen.“

Es gehe ihr keineswegs um das Familien-Modell des 19. Jahrhunderts, beteuert die Referentin: „Es geht mir um eine echte freie Wahl.“ Sie sei auch nicht auf Mission, sondern: „Frauen, die Kinder großziehen wie ich, dürfen nicht die Verlierer der Politik sein.“

In Frankreich seien Eltern vom dritten Kind an von der Steuer befreit, sagt sie. Bei uns seien diese dagegen von der Altersarmut bedroht. Andererseits koste der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz, „um den ich nicht gebeten habe“, den Staat 2200 Euro pro Kind. Wer den Platz nicht nutze, werde mit 150 Euro abgespeist. Der Staat gebe den Frauen den vollen Betrag nicht, weil er wolle, dass sie einem Beruf nachgehen, Steuern be- und in die Sozialsysteme einzahlen sowie durch die Kinderbetreuung Arbeitsplätze schaffen. Änderungen, ist sich Birgit Kelle bewusst, wird sie kaum durchsetzen.

Die Leonberger CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz meinte, eine Publizistin müsse die Dinge pointiert ansprechen, eine Abgeordnete aber den Kompromiss suchen. Dabei sei es dennoch wichtig, den Politikern verschiedene Meinungen vorzuhalten: „Manchmal muss man zuspitzen, damit das Wesentliche zum Tragen kommt.“ Das klingt wie eine kleine Hoffnung.

Birgit Kelle beim Neujahrsempfang der Jungen Union in Böblingen: „Familienpolitik ist bei uns in Wirklichkeit Wirtschaftspolitik.“

 

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Quelle: szbz.de - Normale Familie tritt normal nicht auf - die vierfache Mutter Birgit Kelle

 

 

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