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Text: Giuseppe Nardi

(Rom) Der „letzte noch lebende Konzilsvater“, der „rote Bischof“, will als letzte Tat vor seinem Hinscheiden noch die Tötung ungeborener Kinder rechtfertigen – zumindest bis zum „vierten/fünften Monat“. Der Zersetzungsprozeß in der Kirche, aufgezeigt an einem konkreten, schockierenden Beispiel.

Msgr. Luigi Bettazzi wird in drei Tagen seinen 99. Geburtstag begehen. 1946 wurde er nach seiner Ausbildung am Priesterseminar von Bologna zum Priester geweiht und 1963 von Papst Paul VI. zum Weihbischof der Erzdiözese Bologna ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm Kardinal Giacomo Lercaro, der damalige Erzbischof von Bologna und einer der vier Moderatoren des Zweiten Vatikanischen Konzils. Kardinal Lercaro gehörte zu den progressiven Rädelsführern des Konzils und wurde als „roter Kardinal“ bekannt, und das nicht wegen des Purpurs. 

Bettazzi selbst, der an drei der vier Konzilssessionen teilnahm, gefiel sich darin, in der Konzilsaula mit einem Zitat aus einem Buch zu provozieren, das sich auf dem Index librorum prohibitorum befand. Substantielle Beiträge von ihm sind nicht überliefert. Das regionale Priesterseminar der Romagna in Bologna war ein Zentrum der progressiven Subversion.

Die Bezeichnung für Kardinal Lercaro, dessen Assistent Bettazzi war, wurde auch ihm bald zu eigen, als er 1966 von Paul VI. zum Bischof von Ivrea ernannt wurde. Als „roter Bischof“ sorgte er für Aufsehen und Ärgernis, ohne für Glauben und Kirche Gewinne zu erzielen.

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Und Rom ? Schweigt

Und Rom reagiert, wie man es unter Papst Franziskus schon von anderen Fronten gewohnt ist, an denen dem Zeitgeist zu widersprechen wäre: durch Schweigen.

Hat sich Franziskus aber nicht mehrfach mit sehr drastischen Worten gegen die Tötung ungeborener Kinder ausgesprochen und damit die kirchliche Lehre gegen die Tötungsorgie bekräftigt?

Ja, das hat er. Konsequenzen daraus meidet er jedoch, denn das wäre ein „Kulturkampf“, und der scheint in seinen Augen besonders verwerflich. Das ließe sich aber auch anders deuten. Bettazzis und Pianas These ist aus der Sicht ihrer Autoren jedenfalls problemlos mit der Abtreibungsverurteilung durch Franziskus vereinbar: Von einem Kind, sprich einer Person, könne erst gesprochen werden, sobald der Odem eingehaucht ist; daher könne vorher auch nicht von einer Abtreibung gesprochen werden. 

Durch Ausblenden und Zurechtbiegen scheint, zumindest dialektisch, die Quadratur des Kreises also doch geglückt? Ja, auf einem Leichenberg, aber dafür mit dem Vorteil, einen Kulturkampf vermieden zu haben. 

Beide, der Bischof und der Moraltheologe, würden umso entschiedener beteuern, daß aber dann, ab dem „vierten/fünften“ Schwangerschaftsmonat von einem Kind, einer Person zu sprechen sei, dessen Tötung die Vernichtung eines Menschenlebens ist, die natürlich abzulehnen ist – zumindest solange, bis „Intuition“ und „Gefühl“ (im Klartext die Abtreibungslobby), andere Trennlinien zieht, wie dies bereits in den linksregierten Staaten New York (seit 2019) und Kalifornien (2022) der Fall ist, wo ungeborene Kinder bis zum Zeitpunkt der Geburt getötet werden können. Auch deutsche Medien präsentierten die grausamste nur mögliche Abtreibungsgesetzgebung als „sicheren Hafen für Frauen“ und „Ort der Zuflucht“. Daß sie dies mit Anführungszeichen taten, unterstreicht bestenfalls die Scheinheiligkeit der Meinungskontrolle des menschenfeindlichen neomalthusianisch-marxistischen Kartells.

Einige Kirchenvertreter haben längst die Seiten gewechselt. Das ist eine Tatsache, der in die Augen gesehen und die ausgesprochen werden muß.

Papst Franziskus hüllt sich in Schweigen, als würde er nicht wissen, was der ehemalige Vorsitzende der italienischen Vereinigung der Moraltheologen und der letzte noch lebende Konzilsvater von sich geben, den er schon persönlich in Audienz empfangen hat, und die sich beide als „Bergoglianer“ verstehen.

Und ein letztes: Das häßliche Bild, das Luigi Bettazzi als letzter noch lebender Konzilsvater des Westens abgibt, scheint mit Symbolkraft auch bezeichnend für das Zweite Vatikanische Konzil.

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