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In dieser Hinsicht scheint das Banner des Islams, das am 1. Juni über der Statue der Jeanne d’Arc gehißt wurde, eine eindeutig symbolische Geste zu sein, die nicht ohne Zusammenhang mit der Genehmigung der Beihilfe zum Selbstmord durch die Nationalversammlung am 28. Mai steht: eine Maßnahme, die, sollte sie endgültig angenommen werden, eine neue Etappe im Prozeß der Selbstauflösung der christlichen Identität Frankreichs darstellen würde.

Mit der Verabschiedung des Falorni-Gesetzes über das „Recht auf Sterbehilfe“ hat die Nationalversammlung faktisch erneut das Recht auf legale Tötung proklamiert, wie es Präsident Emmanuel Macron bereits am 19. Januar getan hatte, als er die Aufnahme der Abtreibung in die europäische Grundrechtecharta forderte.

Die expansive Stärke des Islam liegt in der Schwäche der säkularisierten Gesellschaft, der er gegenübersteht.

Die Einwanderer der dritten und vierten Generation muslimischer Herkunft haben die ursprüngliche Identität ihrer Väter und Großväter verloren und sind angesichts des Zusammenbruchs der westlichen Gesellschaft zu Anhängern eines destruktiven Anarchismus geworden. Die Alternative zum Nihilismus ist für sie die – nicht unbedingt religiöse – Zugehörigkeit zum radikalen Islamismus, einer politischen Religion, die ihre moralische Leere füllt. Auf die ideologische Karikatur des Islamismus sollte die katholische Kirche reagieren, indem sie eine ganzheitliche, auf dem Evangelium beruhende Weltanschauung vorschlägt, in der die Lösung für alle Probleme der heutigen Welt liegt. Es ist in der Tat der Mangel an Glauben, sagte Leo XIV. in seiner ersten Predigt am 9. Mai, „der oft Dramen wie den Verlust des Sinns des Lebens mit sich bringt“.

Die abschließenden Worte des Werkes von Atilio Faoro sind jedoch ermutigend: „Am 15. April 2019 wurde die ganze Welt Zeuge der Flammen, die die berühmteste unserer Kathedralen verwüsteten. Diese schreckliche Tortur erinnert uns daran, daß das Leben der christlichen Völker und Nationen, wie Notre Dame, durch das Kreuz hindurchgeht. Dieses Drama lädt uns auch dazu ein, niemals den Glauben zu verlieren. Angesichts der Verwüstung, die das Feuer hinterließ, zweifelten viele daran, daß das Gebäude eines Tages seinen Glanz wiedererlangen könnte. Doch am 8. Dezember 2024 öffnete Notre-Dame im Beisein von Staatsoberhäuptern aus aller Welt und einer riesigen Menschenmenge seine Pforten wieder – schöner als je zuvor.

Diese Restaurierung ist eine Lehre für uns alle. Wie oft glauben wir, daß alles verloren ist, daß die Ruinen endgültig sind?“

Das diesjährige spektakuläre Pfingstereignis, bei dem 19.000 junge Pilger rund 100 km von Paris zur Kathedrale von Chartres zogen, ist eines der vielen Lichter der Hoffnung, die mit der Restaurierung von Notre-Dame und der Zunahme der Bekehrungen vom Islam zum Christentum in Frankreich entzündet werden.

Vor vielen Jahrhunderten hat der Herr seine besondere Liebe zu Frankreich bekundet, indem er ihm eine kleine lothringische Hirtin schickte, die zu den Waffen griff und es rettete. „Die Menschen werden kämpfen und Gott wird ihnen den Sieg schenken“, sagte Jeanne d’Arc mit Worten, die ein Programm darstellen.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist das Beispiel der heiligen Kriegerin ein Vorbild nicht nur für die Franzosen, sondern für alle, die durch ihr Denken, Beten und Handeln die christliche Zivilisation gegen ihre Feinde verteidigen.

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