In Deutschland gibt es zur Zeit eine Diskussion, ob jemand als Richter für das deutsche Bundesverfassungsgericht geeignet ist, der im Widerspruch zum Artikel 1 des Grundgesetzes das fundamentale Recht jedes Menschen auf sein eigenes Leben (von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod) zur Disposition stellt.
Sogar katholische Bischöfe haben sich vor einem klaren Ja zum Leben gedrückt, indem sie den Kampf der politischen Parteien um die Macht im Staat höher stellten als ihr apostolisches Zeugnis für „Wahrheit des Evangeliums“ (Gal 2, 14), was ja der einzige Grund ihrer Existenz ist.
Jesus, von dem alle Autorität der Apostel und der Bischöfe als ihrer Nachfolger ausgeht, hatte auf die Fangfrage der Pharisäer hin die Leitlinie formuliert, wie sich seine Kirche gegenüber der legitimen politischen Macht verhalten soll: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ (Mt 22, 21).
Dass dies aber alles andere ist als ein billiger Kompromiss, der eine Koexistenz des christlichen Glaubens mit der Vergötzung einer totalitären Staatsmacht (römischer Kaiserkult) und einer atheistischen Ideologie (die sog. „Friedenspriester“ in kommunistischen Staaten oder die „Deutschen Christen“ in Nazi-Deutschland), möglich macht, zeigt Jeus selbst vor dem Repräsentanten der staatlichen Omnipotenz.
Pilatus ist der Inbegriff der angemaßten Macht von Menschen, Herr zu sein über Leben und Tod seiner Mitmenschen und der Typus der okkupierten Definitionskompetenz der Skeptiker und Relativisten über die Wahrheit und ihrer (angeblichen) Abhängigkeit vom Interesse der Mächtigen.
Pilatus rühmt sich seiner „Macht“ (Joh 19, 10), Jesus freizulassen oder zu kreuzigen. Und er spottet über die Einheit von Gott und Christus, seinem Sohn, der die Wahrheit ist in Person und das Heil der Menschen.
Denn Jesus hat sich gegenüber allen absoluten Machtansprüchen von Menschen und zynischen Manipulationen der Wahrheitsfrage geoffenbart als ein „König“, dessen Souveränität nicht darin besteht, sein Volk auszubeuten und für die eigenen Interessen zu instrumentalisieren.
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Geistliche sollen gute Hirten sein
Rettung allein im Namen Jesu
Verfehlte Formel von Amtsträgern in Deutschland
Rechtsstaat muss Menschenrechte respektieren
Hohlkopf-Ideologie: Menschenwürde ab der Geburt
Wokeness ist eine „Krankheit zum Tode“
Grundrecht auf Leib und Leben
Der Staat darf nicht zum totalitären Monster werden