Quelle:

Siehe dazu auch:

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Wegen seiner sehr lebendigen Darstellung von Gut und Böse wird Augustinus samt dem „Gottesstaat“ von manchem heutigen Progressiven angegriffen, der behauptet, sie böten eine „manichäische“ Weltsicht. Nach diesem törichten Vorwurf wäre jeder, der behauptet, es gebe Gut und Böse, ein Manichäer. Man müßte folglich das Lehramt der Kirche und alle Heiligen für manichäisch halten – was absurd ist.

Der Manichäismus ist eine dualistische, aus der Gnosis hervorgegangene Lehre, die im dritten Jahrhundert der christlichen Ära aufkam. Sie lehrte, es gebe zwei Götter, ursprünglich und der Macht nach einander gleich, einen guten und einen bösen, die in ständigem Kampf miteinander stünden. Die katholische Lehre ist völlig anders. Sie lehrt, daß es nur einen Gott gibt, ewig und allmächtig, und daß ein bloßes Geschöpf von ihm, der Teufel, sich gegen ihn empört hat und ihn in der Geschichte bekämpft.

Der Manichäismus ist eine Häresie, weil er den Kampf in eine andere Seinsordnung verlegt. Für die Manichäer ist der Kampf ontologisch; für die Katholiken bewegt er sich auf der moralischen Ebene. Zudem wird der Kampf für die Manichäer niemals enden; für die Katholiken endet er mit dem Jüngsten Gericht, wenn Gott über einen Gegner triumphieren wird, der ihm nicht gleich, sondern unendlich unterlegen ist. Selbstverständlich kennen die Progressiven diese Unterschiede; doch es ist ihnen nützlich zu behaupten, jeder, der ihre irenische und „ökumenische“ Sicht der Geschichte nicht teile, sei ein Manichäer. Das ist ein unsinniger Vorwurf und ein Ausdruck von Unredlichkeit.

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