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Leo XIV. möchte nach Lampedusa: Wird das Migrations-Narrativ neu aufgelegt?

 

Politisch brisanter ist, daß Leo XIV. den Wunsch äußerte, „bald“ die Insel Lampedusa besuchen zu wollen – jenes Ziel, das Papst Franziskus für seine erste Reise wählte und damit ein Grundsatzprogramm in der Migrationsfrage formulierte.

Franziskus machte die Insel – sehr zur Freude eines interessierten Establishments – zu einem bildgewaltigen Symbol für die uneingeschränkte Masseneinwanderung. Der progressive Konzilshistoriker Alberto Melloni stellte die Lampedusa-Rede des Papstes in eine Linie mit der in diesen Kreisen gefeierten Eröffnungsansprache Johannes’ XXIII. zum Zweiten Vatikanischen Konzil – eine Gleichsetzung, die programmatisch zu verstehen ist.

Mit seiner Lampedusa-Reise bereitete Franziskus den Boden für das Jahr 2015, als eben jenes politische Establishment die Schleusen Europas für eine bis dahin beispiellose Migrationswelle öffnete. Der Papst unterstützte diesen Kurs uneingeschränkt – und rief im September desselben Jahres unmißverständlich: „Nehmt alle auf, Gute und Schlechte.“

Der argentinische Pontifex inszenierte geradezu einen Kult um die Migration: Man denke nur an das Boot, das angeblich Migranten nach Lampedusa gebracht hatte, später bei päpstlichen Zelebrationen als Altar diente und dessen Teile reliquiengleich in Diözesen weltweit gebracht wurden – um auch dort als eine Art liturgisches Symbol verwendet zu werden. Ziel all dessen war offenkundig, jede kritische Debatte über das Thema Migration zu tabuisieren.

Es wirkt befremdlich, wenn Leo XIV. auch in diesem Punkt in die Fußstapfen seines Vorgängers treten will.

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