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Gottes Existenz eine Sache der Vernunfterkenntnis?

Diese Idee dürften die meisten für unverständlich oder gar für blanke Hybris halten. Glaube und Vernunft bilden für den Zeitgenossen, der sich vom Licht der Vernunft erleuchtet wähnt, in der Regel einen unversöhnlichen Gegensatz.
Es versteht sich für ihn von selbst, dass er sich bei diesem Widerstreit ganz auf die Seite der Vernunft schlägt.

Spätestens seit Kants Kritiken gilt ihm: Was Gott betrifft, könne man sich nicht auf die Vernunft, sondern höchstens auf den Glauben berufen.

»Serpentinen« zeigt das Gegenteil.
Es beginnt als faszinierende allgemeine Einführung in die überraschende Philosophie und Theologie des heiligen Thomas von Aquin,
um sich dann den fünf Wegen zuzuwenden, die Thomas zur Beweisführung der Existenz Gottes entwickelt hat.

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Über den Autor und weitere Mitwirkende

Sebastian Ostritsch lehrt als Privatdozent an der Universität Heidelberg und ist Autor mehrerer philosophischer Studien und Sachbücher. Zuletzt erschienen die intellektuelle Biographie Hegel. Der Weltphilosoph und Let's Play oder Game Over? Eine Ethik des Computerspiels. Ostritsch forscht zu Hegel und dem deutschen Idealismus, zu metaphysischen Grundthemen wie Existenz, Zeit und Ewigkeit, aber auch zur Philosophie und Ethik des Gaming.

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Spitzenrezensionen aus Deutschland

Michael, Kluges Buch zu einer der großen Fragen der Philosophie

Bewertet in Deutschland am 28. November 2025

Ein kluges, informiertes und gut geschriebenes Buch. Der Autor führt den Leser kompetent in die Thematik der Gottesbeweise ein – ein für die Philosophie und Theologie des Mittelalters und der Neuzeit wichtiges, heute aber weitgehend vergessenes oder verdrängtes Gebiet: Existiert Gott? Lässt sich dies durch vernünftige Überlegung und Argumentation beweisen? Wie?

Ostritsch widmet sich den scharfsinnigen Gottesbeweisen des Thomas von Aquin, der wohl zu recht als der größte Philosoph des Mittelalters gilt. Thomas von Aquins Überlegungen sind anspruchsvoll und voraussetzungsreich: Ohne tiefere Kenntnisse in der Philosophie (Aristoteles, Ontologie, Erkenntnistheorie, Logik, …) sind sie nicht nachzuvollziehen.

Ostritsch jedoch gelingt es, mit gut verständlichen Erklärungen und passend gewählten Beispielen , den fachfremden Leser hier auf ein Verständnisniveau zu bringen, auf dem ein eigenständiges Urteil über die Überzeugungskraft von Gottesbeweisen möglich sein sollte. Ein analytischer Universitätsphilosoph hätte das Thema mit unsinnigen Formalisierungsversuchen der Beweise verdorben, Ostritsch hingegen gelingt es, in sehr angenehm lesbarer Prosa für diese Fragestellung zu interessieren und bei denkenden Lesern, eine ernsthafte eigene Auseinandersetzung anzustoßen. Als besonders gelungen empfinde ich das abschließende Kapitel, in dem Ostritsch erkenntnistheoretische und existenzielle Reflexionen anstellt.

Die von linken Hypermoralisten gegen Ostritsch betriebene Kampagne hat sich bereits jetzt als Glücksfall für das Buch – und damit die Sache der Gottesbeweise – erwiesen. 

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Quelle: