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Der metaphysische Haß auf das Sein, der den Selbstmord kennzeichnet, bildet auch die Seele des revolutionären Prozesses des Westens hin zum Nihilismus. Dieser Weg der Selbstauflösung manifestiert sich auf vielfältige Weise, angefangen vom demographischen Zusammenbruch und der „Ersetzung“ der Völker durch unkontrollierte Einwanderung, bis hin zur Auslöschung der Identität und des historischen Gedächtnisses einer Nation. Der Versuch, die Vergangenheit des Westens, insbesondere seine christlichen Wurzeln, zu vernichten, wurde in den letzten fünfzig Jahren von den „Meistern des zeitgenössischen Denkens“ theoretisch untermauert, wie Prof. Renato Cristin in seiner Studie I padroni del caos („Die Herren des Chaos“, Liber Libri, 2017) ausführlich dokumentiert.
In seinem Klassiker Europe and the Faith („Europa und der Glaube“, nie ins Deutsche übersetzt), veröffentlicht 1920, stellte Hilaire Belloc (1870–1953) eine radikale Alternative vor, die durch über hundert Jahre Geschichte bestätigt wurde:
„Europa wird zum Glauben zurückkehren oder untergehen. Denn der Glaube ist Europa und Europa ist der Glaube.“
Drei Jahre zuvor, am 13. Juli 1917, wandte sich die selige Jungfrau Maria an die drei Hirtenkinder von Fatima mit den Worten: „Gott ist im Begriff, die Welt für ihre Verbrechen zu bestrafen …“ und „wenn sie sich nicht bekehrt, werden … verschiedene Nationen vernichtet werden.“
Auf welche Vernichtung bezieht sich die Madonna? Auf die materielle Zerstörung der Nationen, etwa durch eine nukleare Katastrophe, oder auf ihre spirituelle Selbstauflösung durch das Vergessen jener kulturellen Identität, aus der das Leben der Nationen erwächst? Oder auf beide Formen der Vernichtung als Folge eines katastrophalen Glaubensverlustes?
Wenn dem so ist, erscheint der von vielen geforderte „assistierte Suizid“ nicht als individuelle Praxis, sondern als Symbol einer kollektiven Entscheidung, die eine tiefere Frage aufwirft: „Was ist das Schicksal der menschlichen Gesellschaft?“ Die Antwort wäre düster, wäre sie nicht durch die abschließenden Worte der Fatima‑Prophezeiung erhellt, die nicht den Tod, sondern nach einer unvermeidlichen Strafe Leben und Hoffnung am Horizont verheißen.
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