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Als ich sagte: „Ich bin katholisch“, war es, als hätte jemand die Luft aus dem Raum gesaugt. In den Kreisen, in denen ich mich bewege, ist die Ablehnung des Katholischen total. Ich habe zur Kirche zurückgefunden nach Jahren verzweifelter innerer Leere. Dann begann ich Gott regelrecht zu stalken.

Ein Bekenntnis

Ich bin als Künstlerin wieder katholisch geworden. In meiner Branche ist das ungefähr so anschlussfähig wie Rauchen im OP-Saal.

Vor etwa drei Jahren stand ich in Wien auf der Premierenfeier meines Theaterstücks. Es war einer dieser seltenen Abende, an denen alles stimmt: Der Applaus war lang, die Gespräche fließen, diese milde, warme Euphorie nach gelungener Arbeit. Eine Frau kam auf mich zu – vermutlich selbst Künstlerin – strahlend, zugewandt, schon ein bisschen angetrunken. Wir redeten lange und offen. Irgendwann, fast experimentell, sagte ich es: „Ich bin katholisch.“

Es war, als hätte jemand die Luft aus dem Raum gesaugt. Die eben noch bewunderte Regisseurin verwandelte sich in ein kognitives Problem. Der Rest des Abends, mindestens zwei Stunden (!), wurde zu einer umgekehrten Missionierung. Sie versuchte mit echter Inbrunst, mich vom Katholizismus zu „befreien“.

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