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Ein System, das nicht schützt, sondern ausnutzt

Was wie ein medizinischer Albtraum klingt, ist Teil eines Systems, das weltweit unter dem Banner der Lebensrettung tödliche Abkürzungen nimmt. Wie Recherchen zeigen, ist der Fall Gallegos kein Einzelfall. Ärzte und Pflegekräfte berichten von massivem Druck seitens sogenannter Organ Procurement Organizations (OPOs) – Organisationen, die Organe für Transplantationen bereitstellen sollen. In den USA, aber zunehmend auch in Europa, werden Patienten, die sich in Grenzzuständen zwischen Leben und Tod befinden, vorschnell als Spender deklariert.

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Die sogenannte Hirntod-Definition spielt dabei eine zentrale Rolle: Ein Mensch mit schlagendem Herz, laufendem Kreislauf, funktionierenden Organen, lebendigem Körper – aber ohne meßbare Hirnaktivität – wird juristisch zum Toten erklärt, um eine Organentnahme zu rechtfertigen. Doch biologisch lebt dieser Mensch. Er schwitzt, verdaut, zeigt Reflexe – und in Fällen wie dem von Danella Gallegos: Er kann wieder erwachen.

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Von der Organspende zur Euthanasie: Der gefährliche Pfad der Entwertung

Diese Praxis berührt nicht nur Fragen des Organtransports. Sie ist eng verbunden mit einer wachsenden Akzeptanz von Euthanasie und Sterbehilfe, bei der nicht mehr das Leben um jeden Preis geschützt, sondern sein „Wert“ abgewogen wird. Alte, Kranke, Komapatienten oder psychisch Erkrankte geraten zunehmend in die Schußlinie eines utilitaristischen Denkens: Wenn das Leben „nicht mehr lebenswert“ scheint, wird der Tod zur Option – und oft sogar zur „Lösung“. Im Hintergrund lauern jedoch die genannten Unternehmen, die Organspenden besorgen.

Dabei ist die Spirale immer dieselbe: Aus Mitgefühl, Erleichterung, aus Entscheidungshilfe wird sozialer Druck, aus freiwilligem Tod wird strukturelle Ausgrenzung. Und aus dem Menschen wird am Ende ein Objekt – ein Rohstofflieferant im Dienst der Verwertbarkeit.

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