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Stuttgart droht das Detroit-Schicksal: Der Verfall hinter der Fassade

In Stuttgart kann man sehen, was passiert, wenn der Industrie die Luft ausgeht. Die Fassade steht noch, aber dahinter beginnt der Verfall. Würde ich eine Immobilie besitzen, würde ich mich zügig nach einem Käufer umsehen. Wenn es in dem Tempo weitergeht mit den Entlassungen, ist es bald vorbei mit der schwäbischen Herrlichkeit.

Auch Detroit war mal eine schöne Stadt. In den guten Zeiten verdienten sie dort so viel Geld, dass sie die Bürgersteige mit Gold hätten pflastern können. Dann kam der Niedergang der amerikanischen Autoindustrie. Heute ist Detroit ein Armenhaus, das nicht einmal Donald Trump wiederbeleben kann.

Und Stuttgart ist nur der Anfang. Wie das so ist bei Krisen, sie nehmen irgendwo ihren Ausgang und weiten sich dann in konzentrischen Kreisen aus.

Das Statistische Bundesamt hat jetzt entschieden, nicht länger die vorläufigen Insolvenzzahlen zu melden. Den Insolvenzbericht soll es jetzt nur noch mit Verzögerung geben. Auch das ist ein Weg, den Schmerz zu lindern: Man macht einfach die Augen zu.

Die Deindustrialisierung ist in vollem Gange. Aber man hat nicht den Eindruck, als ob das oben angekommen wäre. Der Kanzler turnt in der Weltgeschichte herum, und der Vizekanzler spielt Balalaika.

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