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Prof. Dr. Thomas Aigner kritisiert in einem offenen Brief das 7. Corona-Gutachten der Leopoldina und tritt aus der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz aus.

Als „Wissenschaftler, der zu nichts als der reinen Wahrheit verpflichtet ist“, könne Prof. Dr. Thomas Aigner, Geowissenschaftler der Universität Tübingen, „es mit [s]einem Gewissen nicht vereinbaren, ein Teil dieser Art von Wissenschaft zu sein“.

Wir veröffentlichen den Brief im Wortlaut:

„An den Präsidenten der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz
Herrn Prof. Dr. Reiner Anderl

Zur Kenntnis:
Herrn Prof. Dr. Burkhard Hillebrands
Vizepräsident, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Klasse

Mitglieder der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Klasse der Akademie der Wissenschaften Mainz

Herrn Prof. Dr. Gerald Haug
Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

Mit größtem Erstaunen, mit tiefster Sorge, ja Fassungslosigkeit habe ich die ‚7. ad hoc Stellungnahme‘ der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina vom 8.12.2020 zur Kenntnis genommen.

Nach meiner Auffassung ist dieses Papier einer ehrlichen, kritisch-abwägenden, am Dienst und am Wohle des Menschen orientierten Wissenschaft nicht würdig.

Ich verfüge nicht über medizinische Fachkompetenz. Als ein Wissenschaftler, der zu nichts als der reinen Wahrheit verpflichtet ist, erlaube ich mir jedoch, mich zu Wort zu melden. Ich fühle mich durch mehrere Punkte sehr stark alarmiert:

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6. Ich hatte gehofft, dass gerade die Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz als wichtige Schwester-Organisation der Nationalen Akademie der Wissenschaften sich kritisch zu der Leopoldina-Stellungnahme äußert. Dies ist bislang bedauerlicherweise nicht geschehen. Sind die Akademien nicht die Hüter der reinen Wissenschaft und auch der Freiheit der Wissenschaften?

Sind die ehrwürdigen Akademien nicht ganz besonders gefordert in einer zunehmend von Drittmittel-Orientierung und von massiver Einflussnahme mächtiger Lobby-Interessen (z.B. Pharma-Industrie) geprägten Wissenschaftslandschaft? Ist es wirklich die Aufgabe einer Akademie wie der Leopoldina, die Panikmache von Medien und Politik zu befeuern?

7. Wo bleibt ein früher üblicher breiter Diskurs mit einer ausgewogenen Würdigung der teilweise sehr konträren Wortmeldungen von Wissenschaftlern und Ärzten verschiedener Fachrichtungen, Juristen, Psychologen, Soziologen, Ökonomen und Philosophen?

Warum gibt es keine Reaktion der Akademien, wenn in den letzten Monaten immer wieder Stimmen von ausgewiesenen Fachleuten (oftmals von internationalem Rang), die eine vom Einheitsnarrativ abweichende, ja teilweise diametral widersprechende Einschätzung artikulieren, ignoriert, ausgegrenzt, ja sogar diffamiert, zensiert und in sozialen Medien gelöscht werden?

Warum keine Reaktion der Akademien, wenn das im Grundgesetz verbürgte Recht auf Freiheit der Wissenschaft und Freiheit der Meinungsäußerung sowie weitere Grundrechte mit Füßen getreten werden? Hat Deutschland nichts aus der Geschichte gelernt? Nachdem sich die Regierungen bei der Verhängung eines erneuten ‚harten Lockdowns‘ auf dieses aus meiner Sicht verhängnisvolle Papier der Nationalen Akademie der Wissenschaften beziehen sowie aufgrund der oben aufgeführten Punkte, habe ich mich nach reiflicher Überlegung zu dem sicherlich ungewöhnlichen Schritt entschlossen, als Ausdruck meines persönlichen Protestes aus der Akademie der Wissenschaften zu Mainz auszutreten.

Ich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, ein Teil dieser Art von Wissenschaft zu sein. Ich möchte einer Wissenschaft dienen, die einer Fakten basierten Aufrichtigkeit, einer ausgewogenen Transparenz und einer umfassenden Menschlichkeit verpflichtet ist.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Thomas Aigner

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Quelle:

 

 

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