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Es ist das umstrittene Buch des Frühjahrs: „Am Volk vorbei. Zur Krise der liberalen Demokratie“.
Aber wer löst die Krise aus: die „Populisten“, oder die, die jeden Kritiker der Zustände unter Nazi-Verdacht stellen?
Ein Historiker argumentiert genauer, als die Demokratieverteidiger nachdenken.
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Jörg Baberowski. Am Volk vorbei.
Zur Krise der liberalen Demokratie.
Ch. Beck Verlag, Hardcover, 208 Seiten, 25,00 €
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Quelle:
Siehe dazu dort folgenden Kommentar:
Nun, die “ Krise der liberalen Demokratie“ ist selbst für Juristen ohne Lehrstuhl erkennbar, wobei “ Krise“ nicht unbedingt das Problem hinreichend deutlich beschreibt. Vor allen wenn seit Merkel die Ablehnung dieser Staatsform nicht nur klar artikuliert, aktuell auch wieder von “ grüner Seite“, sondern die Abschaffung praktiziert wird. „Etwas“ Verfassungsrecht hilft dabei natürlich. Der quasi offizielle Prozessbeginn steht und fällt mit dem Namen Merkel, die Ursachen der “ Krise“ gehen natürlich viel weiter zurück und reichen tiefer. Nur so ist der langjährige Erfolg offen totalitär Handelnder zu erklären. Es gab und gibt keinen Demos. Die einen haben, vermutlich bis heute, nicht begriffen was hier abläuft, anderen ist es egal und die dritte Gruppe jubelt dazu. Insgesamt etwa 75 %. Die Behauptung über funktionierende Institutionen hat der Professor exklusiv, sie bzw ihre Transformation sind ein wesentlicher Teil des Problems. Ohne das Buch gelesen zu haben scheint mir hier sogar der Begriff der “ Verharmlosung “ noch sehr milde zu sein.Vermutlich eine taktische Massnahme , jedenfalls ein Phänomen, das ein weiteres Problem dieses Landes, kein neues, beschreibt. Der Auftritt der konservativen ? Intellektuellen, gekennzeichnet durch eine nicht falsche, aber sehr zurückhaltende Analyse, die manches weglässt, und eine erstaunlich unrealistische Bewertung eines auch politisch , genauer demokratisch dramatischen Befundes. Der massive Bruch zwischen der auch hier beschriebenen bzw wahrnehmbaren Realität der Symptome und Folgen einerseits und der conclusio daraus ist anthropologisch bemerkenswert und mit kognitiver Dissonanz kaum hinreichend erklärt. Immerhin versteht man als “ zu spät Geborener“ bestimmte Entwicklungen und ihr Finale und es bestätigt sich, dass der geistige Totalausfall der “ Linken“ von den konservativen Intellektuellen , nicht zu verwechseln mit der Neuen Rechten, die hier allein erfreulich aktiv ist, nicht genutzt wird. Vielleicht aus der bekannten Sorge, in das neurechte Lager gesteckt zu werden. Wobei es heute tatsächlich objektiv unmöglich ist, dieser Zuordnung als “ echter“ Konservativer zu entgehen. Wer aus demokulturellen Gründen einen ethnischen Volksbegriff vertritt, kommt um die logischen politischen Massnahmen daraus nicht herum und ist damit “ rechts“. Wer zurecht die existentielle Identitätsfrage thematisiert ist “ rechts“. Wer die blosse Inhaberschaft des Passes nicht ansatzweise für ausreichend hält , Bürger dieses Lsndes zu sein, ist rechts. Wer zutreffend die liberale Demokratie von “ links“, der im Kartell vereinigten Linken , als massiv bedroht erkennt, ist rechts. Da der Verfasser das nur zu gut weiss, bricht er rechtzeitig vor dem Glatteis ab, was aber seinem Werk nicht hilft.
rainer erich