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Dialog oder Verunklarung ?

Der Dialog der Kirche mit der Welt gehört zu ihrem Auftrag. Doch Dialog setzt Klarheit voraus und ist letztlich immer Verkündigung und kein Selbstzweck. Wo die Unterscheidung zwischen Glaubenswahrheit und Meinung verschwimmt, wo persönliche Sympathie die theologische Präzision überlagert, entsteht Verunsicherung – vor allem bei den Gläubigen.

In diesen Kontext erfolgten nun die Glückwünsche von Papst Leo XIV. zum 50. Gründungsjubiläum von La Repubblica. Für Franziskus wäre das wenig verwunderlich gewesen. Warum aber setzt sein Nachfolger die bergoglianische Vorgehensweise fort? Weil es ihm sein bergoglianischer Apparat vorschreibt? Ein Papst ist frei in seinen Entscheidungen.

Wenn ein Papst nun also eine Zeitung wie La Repubblica öffentlich zur Wahrheitssuche ermutigt, ohne zugleich zu benennen, daß Wahrheit im christlichen Verständnis nicht Ergebnis eines offenen Diskurses, sondern Antwort auf göttliche Offenbarung ist, dann bleibt ein Spannungsfeld zurück, das nicht aufgelöst wird.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob man mit der säkularen Welt spricht, sondern von welchem Standpunkt aus. Die Kirche darf Brücken bauen – aber sie darf dabei nicht den Eindruck erwecken, ihre eigenen Fundamente seien verhandelbar.

Die Wahrheit, von der das Evangelium spricht, ist keine journalistische Kategorie. Sie ist kein Konsens, kein Suchprozeß ohne Ziel, keine ethische Annäherung. Sie ist Person. Wer sie sucht, muß bereit sein, sich verwandeln zu lassen.

Eine Medienlandschaft, die diese Voraussetzung nicht teilt, kann Gesprächspartner sein – aber nicht Maßstab.

Genau diese Unterscheidung bleibt im Verhältnis zwischen Franziskus und La Repubblica schmerzlich offen. Leo XIV. sollte ihm darin nicht folgen, sonst legt sich über sein Pontifikat nicht nur der Schatten Bergoglios, sondern auch jener von Eugenio Scalfari.

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