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(Rom) Heute vor vier Jahren, am 9. März 2014, starb nach schwerer Krankheit im alter von 45 Jahren, viel zu jung, der Rechtsphilosoph Mario Palmaro. Er hinterließ eine Frau und vier unmündige Kinder.

In der kurzen Zeit zwischen der Wahl von Papst Franziskus am 13. März 2 2013 und seinem Tod wurde er noch zum international bekanntesten und scharfsinnigsten Kritiker dieses Pontifikats.

Am 9. Oktober 2013 formulierte er zusammen mit dem Journalisten Alessandro Gnocchi in der Tageszeitung Il Foglio eine streitbare Anklage gegen Papst Franziskus.

Sie warfen dem Papst vor, durch Äußerlichkeiten die Aufmerksamkeit von der Substanz auf den Schein umzulenken. Vor allem aber machten sie ihm einen inhaltlichen Paradigmenwechsel zum Vorwurf.

Noch im selben Monat wurde dafür nach zehn Jahren ihm von Radio Maria Italien die Mitarbeit aufgekündigt. Wenige Tage später erhielt er am 1. November, als er bereits durch seine Krankheit schwer gezeichnet war, einen Telefonanruf von Papst Franziskus.

„Für mich als Katholik, war das, was ich erlebte, eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens. Ich habe dem Papst meine unbedingte Treue als Sohn der Kirche versichert. Ich sah mich allerdings auch in der Pflicht, den Papst daran zu erinnern, daß ich gemeinsam mit Alessandro Gnocchi ganz präzise Kritik an seinem Handeln geäußert habe. Der Papst ließ mich fast den Satz nicht beenden und sagte, er habe verstanden, daß diese Kritik aus Liebe gemacht wurde und wie wichtig es für ihn ist, solche zu bekommen.“

So bewegt beschrieb Palmaro das Telefongespräch der Zeitung Libero. Radio Maria nahm die Entlassung dennoch nicht zurück. Palmaro und Gnocchi setzten ihre Kritik fort, nicht aus Kritiksucht, sondern aus tiefempfundener Sorge.

Er schrieb im wahrsten Sinne bis zum letzten Atemzug. Sein letzter Aufsatz konnte erst nach seinem Tod veröffentlicht werden.

Es war eine Kritik an der Rede, die Kardinal Walter Kasper am 20. Februar 2014 beim Kardinalskonsistorium gehalten hatte, jene Rede, mit der „alles begann“, was heute unter dem Stichwort Amoris laetitia die Kirche in verwirrt und entzweit.

Palmaro schrieb, daß die Rede Kaspers aus dem Stoff gemacht sei, aus dem die weißen Fahnen der Kapitulation gemacht sind.

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Quelle:

Siehe dazu auch:

  • katholisches.info - Mario Palmaro und Alessandro Gnocchi, Sprache der Krise der Welt statt dogmatische und übernatürliche Wahrheit ?

    Mit folgenden Abschnitten

  • Nach Kaspers Rede kann sich niemand mehr der Illusion hingeben, alles sei in Ordnung

  • Strategie der veränderten Praxis bei nichtssagender Beibehaltung des Buchstabens

  • Zersetzende Pastoral stammt aus problematischer Lehre

  • Wahre Natur des Menschen ist es, keine Natur zu haben?

  • Rede Kaspers ist aus dem Stoff der weißen Fahne für die Kapitulation

  • Jean Madiran und das Phänomen des theologischen Debakels

  • „Abschaffung“ der Sünde knebelt und erstickt katholische Theologie

  • Christus ließ sich nicht kreuzigen, um uns vor Krieg, Armut und einer gescheiterten Ehe zu retten

  • „Wir brauchen eine Kirche, die die Welt bewegt“

 

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