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Frage:
Ein Teil der katholischen Welt hält es für ausreichend, wenn man eine eingetragene homosexuelle Verbindung nicht „Ehe“ nennt, also keinen Bezug zur Familie herstellt. Ist auch unter diesen Umständen aus Ihrer Sicht eine Anerkennung eingetragener Partnerschaften nicht möglich?

Kardinal Müller:
Die christlichen Gläubigen sind keine Sophisten und spielen nicht nominalistisch mit den Worten.

Die Ehe ist im Wortsinn und der Sache nach gemäß der Schöpfungsordnung und der Erlösung eine Lebensbund zwischen einem Mann und einer Frau.

Jede Form des Zusammenlebens von Personen gleichen Geschlechts (zum Beispiel Ordensgemeinschaften) oder unterschiedlichen Geschlechtes hat einen religiösen oder moralischen Wert.

Man kann es aber nicht „Ehe“ nennen, und jede sexuelle Verbindung außerhalb der Ehe ist objektiv eine schwere Sünde.

Das können auch jene Theologen nicht ändern, die stolz darauf sind, „progressiv“ zu sein und sich auf eine angebliche Nähe zu Papst Franziskus berufen. Historisch ist es bereits vorgekommen, daß sogar Päpste in Glaubensfragen schwankten oder schwerwiegend gefehlt haben.

Deshalb ist die Unfehlbarkeit in Glaubens- oder Moralfragen nur dann gegeben, wenn der Papst dem Glauben der ganzen Kirche eine offenbarte Glaubenslehre verkündet.

Er kann dem ihm geoffenbarten Glauben der Kirche aber nicht seine persönlichen Wertungen oder bestimmte philosophische oder theologische Theorien auferlegen, weil die Offenbarung in ihrer konstitutiven Wirklichkeit mit dem Tod des letzten Apostels definitiv abgeschlossen ist.

Päpste und Bischöfe sind Zeugen der ein für allemal erhaltenen Offenbarung Gottes in Jesus Christus und nicht Empfänger einer neuen Offenbarung, die über Christus hinausgeht oder Christus sogar zu einer Vorstufe einer höheren Gotteserkenntnis reduziert.

Hinter dem pseudointellektuellen Gerede vom „Paradigmenwechsel“ steckt nur eine getarnte Häresie, die das Wort Gottes verfälscht. Der Papst und die Bischöfe haben keine neue öffentliche Offenbarung empfangen, die Teil des Depositum fidei ist.

Früher haben uns die Protestanten fälschlich beschuldigt, wir würden den Papst über Christus stellen.

Heute verteidigen wir mit gutem Grund die wahre Lehre vom Papsttum gegen bestimmte Katholiken, die eine Sicht seiner politisch-religiösen Macht der Vergangenheit verabsolutieren und seine göttliche Mission, „das beständige und sichtbare Fundament der Einheit des Glaubens und der Gemeinschaft“ der Bischöfe und ihrer Ortskirchen relativieren.

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Quelle

 

 

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