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Text: Giuseppe Nardi

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(San JosĂ©) Die PrĂ€sidentin des StĂ€ndigen Forums der Vereinten Nationen fĂŒr Menschen afrikanischer Abstammung, ja, auch so etwas gibt es, und ehemalige VizeprĂ€sidentin Costa Ricas, Epsy Campbell,

hat in einem Brief an Papst Franziskus die katholische Kirche aufgefordert, um Vergebung zu bitten „fĂŒr die Mitschuld sowie die direkte und indirekte Förderung der Greueltaten der Sklaverei“, die Millionen von Menschen erlitten haben.

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Das barbarische PhĂ€nomen der Sklaverei, geistlich betrachtet, ein direkter Auswuchs des SĂŒndenfalls, ist kein spanisches, kein europĂ€isches, nicht einmal ein angelsĂ€chsisches, sondern ein anthropologisches Problem.

Die Sklaverei im Islam zum Beispiel – offenbar ein großes Tabuthema – ĂŒbersteigt das Ausmaß des europĂ€ischen Menschenhandels nach Amerika bei weitem.

Insgesamt geistern weit ĂŒberhöhte Zahlen von nach Amerika transportierten Sklaven herum. Der am besten untersuchte Bereich betrifft Neuengland bzw. die USA, wohin 490.000 Sklaven gebracht wurden. Diese Zahlen umgelegt auf Lateinamerika und die Karibik ergeben bei großzĂŒgiger SchĂ€tzung zwei Millionen. Eine Zahl, die wahrscheinlich eher nach unten als nach oben zu korrigieren ist.

Wie einst die Menschenopfer, so ist auch die Sklaverei ein Übel, zu dessen BekĂ€mpfung die entscheidenden Impulse von der katholischen Kirche kamen.

Um noch ein weiteres Stichwort zumindest einzuwerfen: Die Aufhebung des Jesuitenordens 1773 hatte auch mit dem Druck der sklavenhaltenden portugiesischen Plantagenbesitzer in Brasilien zu tun, denen die Jesuiten mit der christlichen Lehre von der gleichen WĂŒrde aller Menschen in die Quere kamen.

Der Widerstand gegen die Abschaffung der Sklaverei kam nicht von der Kirche, sondern immer von geldgieriger weltlicher Seite, denn Sklaven waren maximal verfĂŒgbare ArbeitskrĂ€fte.

Mit Agostino Nobile ist auch danach zu fragen, wer denn Roß und Reiter waren, wer also den Sklavenhandel aus Afrika nach Amerika betrieben und kontrolliert hat. Gegen die Gewalt des StĂ€rkeren ist die Kirche bekanntlich machtlos, wie die Geschichte lehrt. 

  • Klagen die Slawen heute in einem antidiskriminatorischen Kontext ĂŒber die Sklaverei, der sie lange Zeit und nicht nur durch die Mongolen und Tataren ausgesetzt waren,
    sodaß sich aus ihrer Bezeichnung als ÎŁÎșλαÎČÎ·ÎœÎżÎŻ (Sklabenoi) erst die Bezeichnung Sklaven entwickelt hat (aus der dann durch Weglassung des k die Slawen wurden)?

  • Klagen die anderen europĂ€ischen Völker ĂŒber die massenhafte Versklavung durch brandschatzende islamische ÜberfĂ€lle. Jede Stadt an der europĂ€ischen MittelmeerkĂŒste wurde davon heimgesucht.

  • Oder klagen Ungarn, Kroaten, Slowenen, Österreicher, Tschechen oder Polen, wo auch aus dem Hinterland Abertausende bis Ende des 17. Jahrhunderts von den Osmanen (TĂŒrken) als massenhaft Sklaven verschleppt wurden?

Laut UNICEF, immerhin auch eine UNO-Einrichtung wie das StÀndige Forum, ist der Menschenhandel, die moderne Form der Sklaverei, noch heute in fast jedem afrikanischen Land ein Problem (in diesem Fall wirklich in ganz Afrika).

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