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Kirche, Kolleg und Bruderschaft der Anima in Rom

Die Kirche Santa Maria dell‘Anima, kurz Anima genannt, und die mit ihr verbundenen Einrichtungen stellen eine ganz besondere römische Institution dar. Sie ist rechtlich gesehen der letzte Rest des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Das erklärt auch den großen geographischen Raum, den sie abdeckt. Deshalb wurde auch der siebte und bisher vorletzte deutsche Papst, Hadrian VI. (1522/1523), nach heutigem Verständnis ein Niederländer, in der Kirche der Anima beigesetzt.

Als im Reichsdeputationshauptschluß 1803 alle geistlichen Reichsfürstentümer aufgehoben wurden, vergaß man auf die deutsche Nationalkirche in Rom. Deren Kirchenrektor verfügte ebenfalls über Reichsunmittelbarkeit. 1806 wurde die Kaiserwürde ruhend gestellt, während sich für die deutsche Nationalstiftung in Rom nichts änderte.

Die Anima ist Zentrum und Anlaufstelle der Gläubigen aus dem engeren und weiteren deutschen Sprachraum. Die Messe wird im Neuen Ritus auf deutsch zelebriert und es besteht die Möglichkeit auf deutsch zu beichten. Diese bemerkenswerte Institution befindet sich, etwas versteckt, gleich westlich der Piazza Navona, in der gleichnamigen Via Santa Maria dell’Anima.

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Verantwortlich für die Einrichtung sind heute die Deutsche und die Österreichische Bischofskonferenz gemeinsam. Der Kirchenrektor wird von der Österreichischen Bischofskonferenz ernannt und von der Deutschen Bischofskonferenz bestätigt. Darin schwingt nach, daß das habsburgische Österreich nicht nur die Kaiserwürde innehatte, sondern auch katholische Vormacht im Reich war, bis das protestantische Preußen 1866 militärisch die die kleindeutsche Lösung unter Ausschluß Österreichs erzwang.

Ein Besuch der Kirche der Anima ist ein Muß aller Rom-Pilger aus dem Raum des einstigen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

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