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Von Roberto de Mattei *

Der schwarze Schwan (Cygnus atratus, im Deutschen als Schwarzschwan oder Trauerschwan bekannt) ist ein seltener Vogel, der ursprünglich aus Australien stammt und seinen Namen von der Farbe seines Gefieders hat.


Nassim Nicholas Taleb, ein Finanzmathematiker und ehemaliger Derivatenhändler an der Wall Street, wählte diese Metapher, um in seinem

  • Buch The Black Swan: The Impact of the Highly Improbable (Random House, New York 2007;

  • deutsche Ausgabe „Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse, Knaus, München 2015)

die Existenz von unerwarteten katastrophalen Ereignissen zu erklären,
die das kollektive Leben erschüttern können.

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Die Utopie der Globalisierung, die bis September 2019 zu triumphieren schien, erleidet ein nicht wiedergutzumachendes Debakel.

Am 12. September 2019 hatte Papst Franziskus die Führer der wichtigsten Religionen und die internationalen Vertreter von Wirtschaft, Politik und Kultur eingeladen, an einer feierlichen Veranstaltung teilzunehmen, die am 14. Mai 2020 im Vatikan stattfinden sollte: dem Global Compact on Education, dem Globalen Bildungspakt.

Zur gleichen Zeit kam die „Prophetin“ der Tiefenökologie, Greta Thunberg, zum UN-Klimagipfel 2019 nach New York, und Papst Franziskus übermittelte ihr und den Teilnehmern des Gipfels am Vorabend der Amazonassynode eine Videobotschaft, um seine volle Übereinstimmung mit den globalistischen Zielen zu bekunden.

Am 21. Januar 2020 richtete der Papst eine Botschaft an Klaus Schwab, den geschäftsführenden Vorsitzenden des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos, und betonte die Bedeutung einer „integralen Ökologie“, die „die Komplexität und Vernetzung unseres gemeinsamen Hauses“ berücksichtigt.

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Doch ein mysteriöses Virus begann zur gleichen Zeit dem „Global Village“, dem „globalen Dorf“, bereits einen tödlichen Schlag zu versetzen.

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Ist das alles ein gelenkter Schachzug ? Stehen wir einer totalitären Macht gegenüber, die die Freiheiten der Bürger einschränkt und die Christen verfolgt ?

Es ist aber eine seltsame Verfolgung, in der jede Form von heroischem Widerstand bis zum Martyrium der Verfolgten zu fehlen scheint, im Gegensatz zu dem, was bei allen großen Verfolgungen in der Geschichte geschehen ist.

In Wirklichkeit sollte man nicht von antichristlicher Verfolgung sprechen, sondern von „Selbstverfolgung“ durch die Männer der Kirche, die durch die Schließung der Kirchen und die Suspendierung der Messen einen Prozeß der Selbstzerstörung folgerichtig zum Äußersten treiben, der in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil begonnen hat.

Und leider scheint mit nur wenigen Ausnahmen auch der traditionalistische Klerus, der sich in seinen Häusern einsperrt, Opfer dieser Selbstverfolgung zu sein.

Bewegend ist der Aufbruch an Großzügigkeit, mit dem 8000 Ärzte in Italien auf den Aufruf der Regierung nach 300 Freiwilligen für die Krankenhäuser in der Lombardei reagiert haben.

Wie erbaulich wäre ein Aufruf des Vorsitzenden der Bischofskonferenz an die Priester gewesen, es die Gläubigen niemals an den Sakramenten in den Kirchen, den Häusern und den Krankenanstalten mangeln zu lassen !

Viele laden zum Beten ein, aber wer erinnert an die Möglichkeit, daß wir uns am Anfang einer großen Bestrafung befinden?

Doch genau das ist die Vorhersage von Fatima, an die sich 2017 viele zum hundertsten Jahrestag erinnerten.

Am 25. März erneuerte Kardinal Antonio Augusto dos Santos Marto, Bischof von Leiria-Fatima, die Weihezeremonie zum Unbefleckten Herzen Mariens der gesamten iberischen Halbinsel.

Das ist sicherlich eine verdienstvolle Tat, aber die Muttergottes bat um etwas mehr:
die spezifische Weihe Rußlands durch den Papst in Vereinigung mit allen Bischöfen der Welt.

Dies ist die bis heute nicht vollzogene Handlung, auf die alle warten, bevor es zu spät ist.

In Fatima kündigte die Muttergottes an, daß mehrere Nationen ausgelöscht werden, wenn die Welt sich nicht bekehrt.
Welche Nationen werden das sein?
Und auf welche Art wird die Vernichtung erfolgen?

Sicher ist, daß die Hauptstrafe nicht die Zerstörung der Körper sein wird,
sondern die Verdunkelung der Seelen.

In der Heiligen Schrift lesen wir, daß „jeder durch die Dinge bestraft wird, mit denen er sündigt“ (Weisheit 11,16).

Selbst das heidnische Denken erinnert uns aus dem Mund Senecas daran:
„Die Strafe für ein Verbrechen ist im Verbrechen selbst“ (Epistulae morales 97,14).

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Die kollektive Bestrafung kommt überraschend wie ein „Schwarzer Schwan“, der plötzlich auf dem Wasser erscheint.

Diese Vision verblüfft uns, denn wir können nicht erklären, woher er kommt und was er ankündigt. Der Mensch kann die „Schwarzen Schwäne“, die sein Leben von einem Tag auf den anderen verändern, nicht vorhersehen.

Aber diese Ereignisse sind nicht das Ergebnis des Zufalls, wie Herr Taleb und all jene meinen, die Ereignisse nur aus menschlicher und weltlicher Sicht analysieren, aber vergessen, daß es keinen Zufall gibt, und daß die Bewegungen und Manöver der Menschen immer dem Willen Gottes unterliegen.

Alles hängt von Gott ab und Gott geht den ganzen Weg zu Ende, wenn Er Sein Werk beginnt.

„Er ist der einzige, dessen Absichten niemand irreführen kann,
und was auch immer er für seinen Willen entschieden hat, dies wird geschehen“ (Hiob 23, 13).

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*Roberto de Mattei, Historiker, Vater von fünf Kindern,
Professor für Neuere Geschichte und Geschichte des Christentums an der Europäischen Universität Rom,
Vorsitzender der Stiftung Lepanto, Autor zahlreicher Bücher,

zuletzt in deutscher Übersetzung:
Verteidigung der Tradition: Die unüberwindbare Wahrheit Christi,
mit einem Vorwort von Martin Mosebach, Altötting 2017
und
Das Zweite Vatikanische Konzil. Eine bislang ungeschriebene Geschichte,
2. erw. Ausgabe, Bobingen 2011.

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