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Text: Giuseppe Nardi

Hundert Jahre vor Michel Houellebecq

„Unterwerfung“ von Houellebecq erzählt die Geschichte einer islamischen Machtübernahme in Frankreich. Durch das Attentat von Paris bekam der Roman schaurige Aktualität. Houellebecq, der eigentlich über die Poesie zur Prosa kam und heute einer der bekanntesten französischen Schriftsteller ist, war aber nicht der erste, der ein solches Zukunftsszenario skizzierte. Weniger beachtet, aber schon hundert Jahre vor dem Franzosen, wurde die Unterwerfung Großbritanniens unter die islamische Herrschaft geschildert. Eine Unterwerfung, die erst mit Hilfe und Zustimmung der Mächtigen der damaligen Zeit möglich wurde.

1914 brachte der 40jährige G.K. Chesterton die Moslemherrschaft an der Themse mit dem Roman „The Flying Inn“ (Das fliegende Wirtshaus) zu Papier. Er schildert die Situation nach einem Krieg zwischen Abend- und Morgenland. Der scharfsinnige Chesterton kleidet die Handlung in eine lustige Satire über vermeintlichen religiösen Fortschritt und das angeblich erstrebenswerte Ziel fortschrittlicher Religionen.

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Der Blindflug der aufgeklärten Ideologen

Daraus ergibt sich, wie falsch der Versuch aufgeklärter Ideologen unserer Tage ist, die das Phänomen Islam damit einhegen möchten, indem sie jede Religion marginalisieren wollen und sich auch gegen das Christentum stellen. Die Antwort auf die Sehnsucht, die den Islam hervorgebracht hat und antreibt, kann jedoch nicht die sterile Aufklärung sein, der jede Attraktivität abgeht, sondern letztlich nur das Christentum. Die westlichen Ideologen bekämpfen das einzige Instrument, das den Islam wirklich überwinden kann, weil es seinen Motor nicht zu ersticken versucht, was ohnehin sinnlos wäre, sondern ihn – obwohl das genaue Gegenteil des Islams – in die richtigen Bahnen lenkt, zu Christus. Das ist der kategorischen Religionsskepsis natürlich ein Greuel, ändert aber nichts an der Realität.

Im Gegensatz zum Islam, der aus einer irdischen Revolution entstand, fand die „Revolution“ des Christentums im Himmel statt. Die Ferne zwischen dem Menschen und Gott wurde, wie das Evangelium lehrt, besiegt, indem Gott seinen Sohn auf die Erde sandte unter die Menschen, der selbst Mensch wurde. Das bekennt das Christentum und ist damit sogar mehr als Religion, da es direkte Erfahrung der göttlichen Manifestation in der materiellen Welt ist. Gott selbst lebte mehr als 30 Jahre auf Erden mitten unter den Menschen. Abgesehen davon, wie Chesterton betont, ist der christliche Gott eine Dreieinigkeit und damit nicht totale Einsamkeit, wie ihn der Islam behauptet. Der christliche Gott ist weder ein einsamer, noch ein ferner Gott. Er ist Mensch geworden, hat unter uns gelebt und ist unter uns geblieben, indem er uns die Sakramente hinterlassen hat, um uns auf jedem Schritt unseres irdischen Lebens zu führen.

Wie behaupten in diesen Tagen doch „aufgeklärte“ Ideologen wie Corrado Augias: die tragenden Säulen Europas seien die protestantische Reformation und die Französische Revolution. Doch, Hand aufs Herz, wann je hat irgend etwas Tragendes mit einem Protest oder einer Revolution begonnen? Das setzt allemal schon Bestehendes voraus. Die Behauptung spiegelt vielmehr das verwirrte Stammeln und die Orientierungslosigkeit angesichts einer Entwicklung wider, die wir nicht wollen, auf die wir aber nicht zu antworten wissen, weil uns ideologische Scheuklappen das Denken verhindern.

So versucht der Westen auf den islamischen Terror mit einer weiteren Zurückdrängung des Christentums zu reagieren, indem er sich der zentralen, wirklich tragenden Säule beraubt, die ihn zum erfolgreichen Widerstand befähigt. Damit beschleunigt der Westen die eigene Kapitulation und fördert die Islamisierung Europas.

Das schildert Michel Houellebecq heute und das schilderte bereits hundert Jahre vor ihm G.K. Chesterton.

Beide Romane sind 2015 zur Lektüre empfohlen. Chestertons Roman „Das fliegende Wirtshaus“ wurde zwischen 1922 und 1976 in mehreren Ausgaben in deutscher Sprache vorgelegt, ist im Handel aber nur mehr antiquarisch zu erhalten. Eine Neuauflage oder auch Neuausgabe wäre dringend geboten. Bis dahin lohnt die Suche nach einem Exemplar einer der vergriffenen Ausgaben.

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